Es geht um Zuhause. Um das eine, einzige Zuhause, das sich mit allen Erinnerungen nachhaltig in
uns eingenistet hat - aber ebenso um die vielen, unterschiedlichen Zuhause, die sich im Laufe eines
Lebens ansammeln.
Doch was macht eigentlich Zuhause aus? Ist es ein Ort? Oder ist es der Geruch nach angebrannter
Milch am Morgen? Vielleicht das Rattern eines weit entfernten Zuges mitten in der Nacht?
Oder ist es das, was wir uns aus eigener Kraft aufgebaut haben?
Soundpatrouille ist ein Langzeit-Projekt, das im Wesentlichen der individuellen und universellen Deutung
zweier Begriffe nachspürt: Zuhause und Heimat. Wie unterschiedlich bzw. ähnlich definieren Menschen verschiedener Herkunft, Nationalität und Generation ihr Zuhause; auf welchem Weg wird Erinnerung transportiert; wie wird Sprache eingesetzt?
In der ersten Phase des Projekts entstand mit soundpatrouille,de im Internet eine wachsende O-Ton-Sammlung aus Interviews, deren Ausgangspunkt ein Bogen mit 5 identischen Fragen bildet. (siehe soundpatrouille.de)
Die in der blam! präsentierte Installation erweitert das Audiomaterial nun um eine visuelle Ebene: die dokumentierten Erinnerungen bekommen eine zeichnerisches Entsprechung. Ähnlich aufgebaut wie eine Planetenkarte wird das Erinnerte als geschlossenes System mit einem oder mehreren prägenden
Leitmotiven aufgefasst und dargestellt.
Als Teil der Westpassage (Projekt des Union-Gewerbehof) wird das Projekt gefördert durch: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Bildnachweis: Soundpatrouille_Zeichnungen 01 und 02 copyright Liebig 2016, Foto: WP_copyright_Mark_Ansorg_310316_08_kl